„Chancen der Digitalisierung nutzen“

Volksbank Kirchhellen eG Bottrop blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr 2015

Kreditvergabe deutlich ausgeweitet - Vorsorge gestärkt

von links: Eberhard Kreck (Vorstand), Friedrich Steinmann (Aufsichtsratsvorsitzender), Martin Wissing (Vorstand)

„Als Impulsgeber für die Unternehmen in der Region wollen wir uns dem Trend zur Digitalisierung stellen. Dabei hilft uns unsere gute solide wirtschaftliche Basis, die es uns ermöglicht hat, auch das Geschäftsjahr 2015 erfolgreich abzuschließen“, stellte Eberhard Kreck, Vorstand der Volksbank Kirchhellen eG Bottrop, am 6. Juni 2016 bei Präsentation der erneut positiven Geschäftszahlen 2015 heraus. Anlass war die Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank.
Mit Blick auf das Thema Digitalisierung betonte Kreck, dass ein großer Teil der Volksbankkunden ihre Bank- und Geldgeschäfte nicht vollständig online abwickeln möchte. Im Gegenteil: Der persönliche Berater vor Ort sei nach wie vor gefragt. Die Kunden wollen weder „nur Internet“ noch „nur Filiale“, sie erwarten vielmehr beides. Die konkrete Herausforderung besteht also darin, die verschiedenen Kommunikations- und Transaktionswege zwischen Bank und Kunden optimal miteinander zu vernetzen. Das Stichwort lautet „Omnikanal-Strategie“. Daran arbeiten wir gemeinsam in der genossenschaftlichen Finanzgruppe unter dem Stichwort „Kundenfokus 2020“ mit Hochdruck.
Neben der Digitalisierung sieht sich die Volksbank Kirchhellen eG Bottrop auch von einer wachsenden Bürokratie und zunehmenden regulatorischen Anforderungen herausgefordert. Insgesamt erlebe die Bank derzeit einen völlig ungerechtfertigten bürokratischen Druck. „Kleine, nicht das Gesamtsystem gefährdende Genossenschaftsbanken, tragen überflüssige Lasten“, erläuterte Kreck.
Hinzu kommen die Herausforderungen des Niedrigzinses. Die wirtschaftspolitisch wirkungslose Niedrigzinspolitik der EZB habe deutlich negative Auswirkungen auf Sparerinnen und Sparer. „In der aktuellen Niedrigzinsphase sind Geldanlagen in Wertpapiere und Immobilieninvestitionen eine sinnvolle Strategie, um Sparziele zu erreichen. Dabei ist aber die intensive genossenschaftliche Beratung wichtiger denn je, um Fehlinvestitionen möglichst zu vermeiden“, erläuterte Kreck. „Wir sind froh, dass viele unserer Kunden schon jetzt ihren Vermögensanlagen Wertpapiere und Fonds beimischen, werden aber unsere Beratung auf diesem Gebiet weiter intensivieren.“
Besondere Sorge bereitet Kreck zudem die Europäisierung der EU-Einlagensicherung. Unter dem Stichwort „Schutz der Verbraucher“ sei eine europaweite Vergemeinschaftung der nationalen Sicherungssysteme geplant.
Die EU-Einlagensicherung sei darauf ausgerichtet, Sparer im Krisenfall zu entschädigen. Die genossenschaftliche Sicherung wirke hingegen präventiv, so dass der Ernstfall gar nicht eintrete. Das sei sicherer für die Kunden und billiger für den Steuerzahler. „Im Ergebnis sollen wir für etwas aufkommen und Beiträge entrichten, dass unsere Mitglieder und Kunden nicht schützt“, kritisierte Kreck.
Die europaweite Haftung für Bankeinlagen erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Banken mit hohen Zinsen aggressiv Kundengelder einwerben und diese für riskante Geschäfte einsetzen. Im Kern würden riskante Geschäftsmodelle durch die Banken, die solide Geschäftsmodelle verfolgen, abgesichert. „Das bedeutet Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der soliden Mittelstandsfinanzierer, ein Mehr an Kosten und ein Weniger an Finanzmarktstabilität“, verdeutliche der Volksbankvorstand.
Dass die Volksbank Kirchhellen eG Bottrop trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen so erfolgreich arbeite, sei Kooperationen mit anderen Genossenschaftsbanken ebenso zu verdanken wie dem Kostenbewusstsein, dem besonderen Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der tiefen Verwurzelung in der Region. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben ganze Arbeit geleistet. Sie haben mit viel Herz, Sachkunde und Verantwortung ihre Kunden und Mitglieder betreut“, dankte Kreck den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
„Dieses Engagement und das Vertrauen, das wir genießen, habe 2015 insgesamt für die Volksbank Kirchhellen eG Bottrop zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr werden lassen“, zeigte sich Martin Wissing, Vorstand der Volksbank Kirchhellen eG Bottrop, überzeugt. So sei die Bilanzsumme um 4,4 Prozent auf 656,9 Millionen Euro gewachsen. Noch deutlicher sei das Kundengesamtvolumen gestiegen. Die Gesamtheit aller Einlagen und Kredite inklusive der von uns betreuten Produkte unserer Verbundpartner verzeichnet einen Zuwachs von 5,0 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro.
Besonders erfreut zeigte sich Wissing vom Wachstum im Kreditgeschäft. Mit einem Plus von 6,8 Prozent auf 420,8 Mio. Euro seien die Erwartungen an das Geschäftsjahr deutlich übertroffen worden. „All diese Mittel leisten einen Beitrag zur Fort- und Weiterentwicklung unserer heimischen Wirtschaft. Damit erfüllen wir unseren Förderauftrag so, wie unsere Mitglieder es wünschen: nachhaltig und erfolgreich, stellte Wissing heraus.
Die Mittel, die die Volksbank ausleihe, kämen aus der Region. „Mit ihren Einlagen in der Volksbank leisten unsere Mitglieder und Kunden ihren Beitrag zur Finanzierung der örtlichen Wirtschaft“, betonte Wissing. So funktioniere der regionale Geldkreislauf. Im vergangenen Jahr waren es 24,7 Millionen Euro und damit 5,4 Prozent mehr als noch in 2014. „Es macht uns in der Volksbank stolz, dass die Menschen in unserer Region ihrer Volksbank ihr Geld anvertrauen“, so Wissing.
Die Zahlen belegten, dass die Volksbank Kirchhellen eG Bottrop ihre Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedern und Kunden noch intensiver gelebt hat als schon in dem sehr guten Geschäftsjahr 2014. Und das alles trotz bescheidener Rahmenbedingungen, die eine weitere Vorsorge erforderlich machten. So informierte Wissing, dass die Volksbank das Eigenkapital um weitere 2,1 Millionen Euro auf 61,7 Millionen Euro gestärkt habe.
Insgesamt weise die Bank einen Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro aus. Auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat hat die Vertreterversammlung angesichts der aktuellen Herausforderungen der Bank entschieden rund eine Millionen Euro in die Rücklagen zu stellen. Mit einer Dividende von sechs Prozent auf die Geschäftsguthaben werden aber auch die Mitglieder am Geschäftserfolg beteiligt.
Beim Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2016 stellte Kreck – dank des Vertrauens von Mitgliedern und Kunden – bislang zufriedenstellende Entwicklungen und insgesamt positive Ergebnisse fest.